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aus Wikipedia:

 Wahrhaftigkeit ist eine Denkhaltung, die das Streben nach Wahrheit beinhaltet. Wahrhaftigkeit ist keine Eigenschaft von Aussagen, sondern bringt das Verhältnis eines Menschen zur Wahrheit oder Falschheit von Aussagen zum Ausdruck. Die Wahrhaftigkeit kann falsche Aussagen nur durch einen Irrtum hervorbringen. Zur Wahrhaftigkeit gehört die Bereitschaft, für wahr Gehaltenes zu überprüfen.

Corona
Gedanken vom 4 .Mai 2020
Gestern habe ich krude Verschwörungs-Theorien konsumiert - Youtube hat da reichlich Material. Da ist z.B. ein gewisser Herr Sucharit Bhakdi, der geschmückt ist mit „Prof. Dr.“ – sicher zu Recht – aber Titel schützt vor Torheit nicht. Er verdammt die Vorgehensweise der Bundesregierung in Grund und Boden. Auffällig sind die Fehler in seiner Darstellung:
Zwei Beispiele:
Er argumentiert mit einem zum Zeitpunkt der Aufnahme längst überholten Diagramm des RKI, das den Reproduktionsfaktor bereits Mitte März mit unter „1“ angibt und Ende März herausgegeben wurde. Inzwischen gibt es die Fortschreibung, die natürlich auch „nach hinten“ auf einer neueren und valideren Datenbasis beruht und zeigt, dass dieser Faktor erst Mitte April unter 1 gesunken ist. Über 1 bedeutet, dass die Zahl der Erkrankungen exponentiell ansteigt, je weiter über 1, desto rasanter. Also fällt seine Argumentation in sich zusammen, es wäre überhaupt kein Lock-down notwendig gewesen. Auch heute sind wir noch nicht wirklich stabil deutlich unter 1. D.h. auch kleine Veränderungen in den Ausbreitungsbedingungen können den Faktor wieder über 1 treiben. Und das heißt auch: Die Maßnahmen haben eine wichtige Wirkung gezeigt und Vorsicht ist weiterhin angebracht.
Er sagt im Nebensatz ohne zu belegen, es hätte noch nie bei einer Pandemie eine zweite Welle gegebenund darum seien die Maßnahmen heute auf jeden Fall obsolet. Und jedes Kind – nein jeder etwas Geschichtskundige - weiß, dass die Pest zahlreiche Wellen über etliche Jahre hatte und (in Verbindung mit dem 30-jährigen Krieg) 30 bis 60% der Bevölkerung „ausradiert“ hat. Und auch die Spanische Grippe, die mit über den Ausgang des 1. Weltkrieg entschieden hatte, hatte 3 Wellen. All das lässt sich leicht im Internet finden.
 
Also – Augen auf und nicht alles glauben. Zugegeben, es ist viel einfacher, die Videos anzuschauen und sich zu empören, als danach auch noch aufwändig zu recherchieren, wie glaubwürdig diese denn sein könnten. In der Regel kommt dann heraus, dass uns die Medien, die über eine Redaktion verfügen, die professionellen investigativen Journalismus erlaubt oder über Kontakte verfügen, die hinrichend Zugang zu entspr. freischaffenden investigativen Journalisten, die sich vor Ort umschauen, bereitstellen, recht solide informieren. Regierungshandeln braucht zwar eine kritische Begleitung, aber nur eine fundierte glaubwürdige auf nachprüfbaren Fakten und Kriterien beruhende Kritik ist wirklich sachdienlich.
 
Erschütternd sind die Behauptungen über Bill Gates und seine Impf-Aktionen. Entweder sind es tollkühn törichte – ja kriminelle – Behauptungen oder Bill Gates ist ein Massenmörder. Letzteres – so vermute ich – hätten die zahlreichen NGO-Hilfsorganisationen, die in den Ländern (Afrika, Indien, ..) tätig sind, bemerkt und öffentlich gemacht. Eine Ungeheuerlichkeit in dem behaupteten Ausmaß lässt sich heute nicht so gut verbergen, dass es einen einsam-hellsichtigen Youtuber am Schreibtisch zuhause und dessen, von welchen Zielen auch immer getriebene Internet-Recherche braucht, um das zu publizieren.

Corona

Gedanken im Juli 2020

Wir haben den "strengen Lockdown-Tagen" durchaus positive Aspekte abgewinnen können: Es tat gut, einen Himmel ohne die sonst zahlreichen Kondensstreifen zu sehen. Ich war überrascht, wie stark mir das aufgefallen ist. Und endlich mit dem Rad unterwegs, ohne dass man jede Autostraße soweit irgend möglich meiden muss. Dies nicht nur, weil dort objektive Gefahren lauern, sondern vor allem auch weil es dort einfach sehr wenig Freude macht, mit dem Rad unterwegs zu sein. Natürlich kann meine Freude am Radfahren kein Grund sein, den Kfz-Verkehr einzustellen. Wir sind ja auch selbst des Öfteren im Auto unterwegs. 

Aber es macht nachdenklich. Das Flugzeug oder das Auto ist hier nur ein Beispiel für viele unserer modernen Errungenschaften. Jede dieser Fortschrittstechniken hat Vor- und eben auch Nachteile. Als Dipl.-Ing, als der ich Jahrzehnte berufstätig war, weiß man das. Als Politiker, Konsument oder rendite-verpflichteter Manager kann sich der Blick allerdings verengen - um nicht zu sagen zum Tunnelblick werden: Das eine Ziel - die Rendite, das Wirtschaftswachstum, die persönliche Bequemlichkeit oder andere Aspekte der Innovation und des Business - dem man sich verpflichtet hat, kann so dominant in den Vordergrund rücken, dass die Sichtweise in Schieflage gerät.

Aspekte, die unser Lebens bereichern (können/könnten), sich aber in keiner Statistik und keiner Bilanz niederschlagen, verlieren wir als Gesellschaft und als Einzelperson schnell aus dem Auge. Und wenn die verlorene Qualität nur lange genug fehlt, gerät sie in Vergessenheit und wird nicht mehr vermisst. Corona hat hier einiges wieder in das Bewusstsein zurückgeholt. Es lohnt sich, diese Erfahrungen wach zu erhalten. Vielleicht gelingt uns dann auch eine Lebens- und Wirtschaftsweise, die nicht alle die Werte zu vernichten droht, die im Wirtschaftskreislauf weder das Brutto-Sozial-Produkt noch das Brutto-Inlands-Produkt noch irgend eine andere Kennzahl von politischem Belang positiv im Sinne von wachstumsorientiert beeinflussen.

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