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Gibt es ein widerspruchsfreies Wahrheitsmodell?
(verfasst in den 1990-er-Jahren)

Zu dem Text "Heilsgeschichte" bzw. "Ostern" kam ich mit einem guten Freund in´s Gespräch. Hier ein Brief aus diesem Briefwechsel.

In der Tat, mit "Ostern" tu ich natürlich aufrütteln oder provozieren mit der Formulierung am Anfang "Der Mensch schuf sich Gott ...." Im letzten Drittel des Textes wandelt sich die Blickrichtung von der Mensch-zentrierten Betrachtung zur Gott-zentrierten Betrachtung. Es kehrt also Gott an die Stelle zurück, die ihm in neu- und alttestamentlichen Betrachtungen in der Regel zugedacht wird.

Mit diesem Wechsel der Betrachtungsrichtung möchte ich darauf aufmerksam machen, dass natürlich immer beides stattfindet: Der Mensch baut sich ein Bild; Gott offenbart sich.

Was mir aber noch wichtiger ist: Jedes Bild von Gott, das Menschen haben, ist verstümmelt. Das gilt, ganz egal ob sich Gott offenbart hat oder ob der Mensch sich ein Bild zurechtlegt. Das Bild von Gott ist deshalb verstümmelt, weil wir Menschen ein Bild von Gott nur aus den Teilen zusammensetzen können, die uns unsere menschlich beschränkte, an eine materielle Welt gebundene, in den Beschränkungen von Zeit und Raum verhaftete Existenzerfahrung zur Verfügung stellt.

An der Uni habe ich in den oberen Semestern Quantenphysik gehört. Für mich war dieses Fach von gravierender Bedeutung für mein Weltbild:
In unserer normalen Erfahrungswelt sind wir gewohnt, dass es Naturgesetze gibt: Ein Stein fällt immer zu Boden; Wasser kocht bei 1000 C und 760 Bar; Sterne und Planeten bewegen sich vorher bestimmbar auf Bahnen, die die Gravitationskräfte bestimmen; u.s.w.

Nicht so in der Quantenphysik: Ein Elektron hält sich mit nur der Wahrscheinlichkeit "X" an einer Stelle auf, für ein einzelnes radioaktives Atom ist es nicht vorher bestimmbar wann es zerfällt. Gesetze gelten nur, wenn man sehr viele einzelne Elemente als Gruppe betrachtet, bekannt z.B. aus der Halbwertszeit im radioaktiven Zerfall. Wenn schon die Welt, die Gott geschaffen hat, in sich Bereiche beherbergt, in welchen für uns ein einzelner Vorgang definitiv, d.h. nicht weil wir irgendein Gesetz halt noch nicht erkannt haben, nicht nach irgendeinem Gesetz vorherbestimmbar oder nachvollziebar ist, wie viel mehr müssen wir davon ausgehen, dass die göttliche Wahrheit für uns Menschen prinzipiell nicht in einem konsistenten, d.h. widerspruchsfreien, Wahrheitsmodell beschrieben werden kann. Es gibt keinen Grund, zu vermuten, dass wir Menschen in der Lage wären, ein Lehrgebäude aufzubauen, das Gott beschreibt und frei von Widersprüchen ist.
Ich habe ein Buch mit dem Titel "10Hoch". Dieses stellt unseren Kosmos in Bildern vor, wo jedes Bild aus den vorangegangenen dadurch hervorgeht, dass der Maßstab 10 mal vergrößert wird. Es beginnt bei einer Grafik, die das Universum "von weit außen" zeigt – ca. 1 Milliarde Lichtjahre (1025 Meter) entfernt von der Erde. Eine eintönige finstere Leere mit wenigen weit verstreuten Lichtpunkten, den Galaxien. Nach 25 Bildern ist man bei einem Foto angekommen, das einen Menschen auf einer Wiese in Chikago zeigt: 1 m Kantenlänge stellt das Bild dar. Nach weiteren 16 Bildern ist man bei 10-16 Metern Kantelänge – zwei Zehnerpotenzen unter der Größe eines Atomkerns - angekommen, der derzeitig unteren Erkenntnis-Dimension, aber sicher noch nicht bei der Größe der kleinsten Strukturen dieses Universums. Ein Gott, der ein Universum dieser Dimensionen geschaffen hat, kann unmöglich irgendeinem Gesetz dieses Universums unterworfen sein! – auch nicht unserer Logik- auch nicht unserem Empfinden!!!!! Hier beginnt eine Erkenntnis-Krise. Denn all unser Erkennen beruht darauf, dass wir entweder mit den Mitteln unserer Logik oder mit den Mitteln unseres Empfindens, in jedem Fall mit den Mitteln unserer Sprache (inklusive der Sprache der Mathematik bzw. wissenschaftlicher Formelsprache), beschreibende Aussagen machen und diese Aussagen logisch oder empfindungsmäßig so aneinander hängen, dass wir dabei keine Widersprüche finden. Wenn nun aber ein Bild, eine Beschreibung von Gott durchaus Widersprüche beinhalten darf, weil die Forderung der Widerspruchsfreiheit nicht zulässig ist, dann bricht ein tragender Boden unter jeder Wahrheitsdiskussion weg. Dann hängen wir frei in der Luft und baumeln mit den Füßen im Leeren. Dann müssen wir einen ganz anderen Ansatz finden.

Nimmt man obendrein zur Kenntnis, dass Sprache als Werkzeug der Wahrheitsbeschreibung zwar unverzichtbar ist, trotzdem aber ein höchst unzulängliches Werkzeug darstellt, weil Sprache letztlich nur in der Lage ist, das zu beschreiben, wofür auch Worte (oder Chiffren) existieren. Worte und Chiffren sind aber von Menschen gemacht und höchst begrenzt in ihrer Ausdrucksfähigkeit. Auch aus diesem Grund muss jede Wahrheitsbeschreibung – auch wenn sie als Verbalinspiration nicht durch menschliches Filtern verfälscht sein sollte - fehlerbehaftet sein, weil die Sprache ein unzulängliches Werkzeug darstellt, um etwas zu beschreiben, das weit über die menschliche Erfahrungsdimension hinausreicht. – Und auch aus diesem Grund hängen wir in der Luft und baumeln mit den Füßen im Leeren.
Und vor diesem Hintergrund empfinde ich in dem Verbot, Gott einen Namen zu geben, eine sehr tiefe Erkenntnis der frühen Juden. ... oder das Schweigen im Zen ...

Wo ist aber der ganz andere Ansatz? Faszinierend und begeisternd zugleich, diesen Ansatz unmittelbar in der Botschaft Jesu zu finden: Die Liebe, die Vergebung, die Freundschaft mit Gott. Die Botschaft der Gleichnisse, die Sie in Ihrem Brief ansprechen, sprechen unmittelbar in unsere Lebenspraxis und bauen kein Lehrgebäude auf. Diese Botschaft ist menschlich und lässt übermenschliches dennoch unmittelbar herein.
Danke für den Text von den Fokolaren: Die dort formulierte Botschaft von Chiara Lubich begibt sich genau auf diesen Boden und kann sich deshalb auch weltweit und über Religionsgrenzen hinweg verständlich machen. Wirklich eine wunderbare "Globalisierung"!

Und diese Globalisierung tut Not. Waren Reisen in die Islamische Welt vor wenigen Jahren noch eine Reise in die Ferne, so ist es heute eben der Gang nach Nebenan. In Markgröningen leben 20% Ausländer, davon ca. die Hälfte Türken, d.h. mehr als die Hälfte Islamischen Glaubens (Bosnier, Kroaten ...). Und die Menschen sind hilflos und z.T. verängstigt, woraus andere wieder schäbiges politisches Kapital schlagen (Siehe das Flugblatt in meinem letzten Brief) Hier sehe ich einen wichtigen, sehr sehr wichtigen Auftrag der Kirche in unserem Land, der nicht all zu viel zeitlichen Aufschub verträgt. Eine multikulturelle Gesellschaft ist nicht davon abhängig, ob wir sie wollen. Nein, sie kommt, ob wir sie wollen oder nicht. Unsere Aufgabe besteht darin, den Menschen zu helfen, sich darin zurecht zu finden und wohl zu fühlen, Freunde zu finden und Kulturgrenzen zu überwinden. Und auch dies sollte so gelingen, dass keine "Subtraktions-Integration" stattfindet, dass nicht nur der gemeinsame Boden des seichten Unterhaltungsunsinn verbindet, sondern so, dass der kulturelle Reichtum dieser Welt noch stärker als früher unser Leben unmittelbar bereichert.

Lieber ...., ich hoffe, mein Anliegen ist jetzt etwas deutlicher geworden. Natürlich weiß ich die große Leistung der Menschen zu schätzen, die in der Ökumene in den letzten Jahrzehnten mit Ausdauer und Zähigkeit einen Weg gegangen sind, der wichtige Schritte zur Gemeinsamkeit eröffnet hat. Zu diesen Menschen zählen Sie mit dem, was Sie getan haben. Und keiner kann, wie man das im Schwäbischen sagt, "nach allen Mucken batschen". Wer eine Aufgabe richtig wahrnimmt, kann nicht zwanzig andere auch tun. Natürlich muss es eine Institution Kirche geben. Natürlich muss es ein Lehrgebäude geben. Natürlich können wir unsere Logik nicht einfach weglassen. Natürlich muss es Arbeiter an verschiedenen Baustellen geben. Mir geht es nur darum, dass ich meine, eine Verschiebung der Gewichte wäre notwendig: Weniger Gewicht auf die Frage nach der widerspruchsfreien Wahrheit, mehr Mut zu Widersprüchen, die man erträgt und nicht oder nicht rasch auflösen kann. Mehr Gewicht auf die befreiende Liebesbotschaft, mehr Gewicht auf den Mut zur Begegnung mit anderen Religionen (ohne erhobenen Zeigefinger "aber wir haben die Wahrheit"). Unter Christen gemeinsam Leben, auch in allen Bereichen des Christseins, auch wenn das Lehrgebäude der einen mit dem der anderen an manchen Stellen nicht zusammenpasst (Mut zur Widersprüchlichkeit!). Mehr im gemeinsamen Glaubens-Vollzug zusammenfinden – wofür für mich nicht nur Taize´ steht, sondern auch die Neresheimer Werkwochen! – und dann vielleicht die Widersprüche der Lehre ausräumen. Keine Subtraktions-Ökumene, da bin ich ganz dabei. Keiner soll etwas, was ihm wichtig ist, verleugnen oder ablegen. Aber die Kirche verliert keine Glaubwürdigkeit, wenn sie sich (d.h. die Teilkirchen ev. und rk.) integriert und dabei Widersprüche zwischen Kirchen zu inneren Widersprüchen in der Kirche macht.

 

Liebe statt Wahrheit – ein zweiter Brief aus diesem Briefwechsel

Ja, die Erkenntnis der Wahrheit, eng verbunden damit die Erkenntnis von Gott, das ist ein schwieriges Thema. Ich stimme dem zu, dass Jesus scheinbar widersprüchliche Aussagen sicher zu verschiedenen Menschen und in verschiedene Situationen hinein gesagt hat. Auch die Beschränkung, der jedes Menschenleben unterworfen ist, führt ganz sicher dazu, dass jeder Mensch nur einen Teil der für Menschen grundsätzlich zugänglichen Wahrheit erfahren, erfüllen, erfassen, erkennen und begreifen kann. Mir geht es mit meiner Aussage von der "verstümmelten Wahrheit", die ich bewusst so formuliert habe, aber um ein Phänomen, das grundsätzlich weit über diese Ebene der Unzulänglichkeiten hinaus geht.

Sicher haben Sie schon vom Latein in das Deutsche und umgekehrt übersetzt. Sicher kennen Sie die Not, wenn eine Sprache nicht in der Lage ist, den Sinn genau zu treffen, den die andere formuliert hat. Es fehlen die Worte. Es fehlt die Ausdrucksmöglichkeit. Man kann nur versuchen, nahe an das heranzukommen, was in der anderen Sprache gesagt wurde. Es bleibt eine Veränderung, eine Verfälschung der ursprünglichen Aussage.

Dieses Phänomen kennen wir nun schon beim Umgang mit den unterschiedlichen Sprachen der Menschheit. Wie stark wirkt sich diese Beschränktheit aus, wenn wir versuchen wollen, die göttliche Wahrheit zu formulieren?

Als weitere Steigerung der "Not": Auch Gott selbst, wollte er sich in Verbalinspiration einem Menschen offenbaren, ist auf die Möglichkeiten der jeweiligen Sprache begrenzt. Was diese nicht auszudrücken vermag, kann nicht gesagt werden! Ihnen sehr vertraut: In der schweigenden Meditation wird u.a. versucht, Erfahrung der göttlichen Wahrheit – Erleuchtung - jenseits der Grenzen der Sprache zu finden, weil deren Einschränkung als eine zu enge Begrenzungsmauer empfunden wird.

Ich möchte den Gedanken aber noch weiter führen:

Selbst die Summe aller Ausdrucksmöglichkeiten aller Sprachen ist begrenzt. Aber wir Menschen können nur in diesem begrenzten Sprach-Raum Informationen aufnehmen. Aus diesem Grund wird göttliche Wahrheit, soweit sie zwischen Menschen kommunizierbar sein soll, immer auf diese begrenzte Ausdrucksmöglichkeit begrenzt bleiben. Wir stoßen an die Grenzen unserer grundsätzlichen Erkenntnismöglichkeiten.

Wer aber wäre in der Lage zu behaupten, dass sich ein Gott, ein Schöpfer des Kosmos auf diese begrenzte Erkenntnismöglichkeit einschränken ließe. Diese Erkenntnismöglichkeit und Formulierungsmöglichkeit reicht ja nicht einmal dazu aus, die uns umgebende Materie vollständig und ohne verbale Widersprüche zu beschreiben, wie an der Quantenphysik eindrücklich dargestellt werden kann.

Wie können wir uns aber dann zu der Idee hinreißen lassen, dass eine Wahrheit von Gott im Sinne unserer verbalen Logik widerspruchsfrei zu sein hat. Und im Sinne dieser Aussage sind die scheinbaren Wiedersprüche, wo Jesus z.B. in verschiedenen Situationen ganz gegensätzliche Dinge sagt, nicht als wirkliche Widersprüche zu werten, weil diese widersprüchlichen Aussagen sich letztendlich durch Beachtung oder Vermutung unterschiedlicher Umgebungsumstände auflösen lassen. Die oben dargestellte logische Problematik verlangt aber, dass wir auch nicht auflösbare logische Widersprüche in unserem Wahrheitsmodell, in unserem Gottesbild zulassen müssen. Und nun wird es schwierig mit einer Abgrenzung unseres Gottesglaubens gegenüber anderen Religionen oder Offenbarungen. Der Hinweis auf Widersprüche zu dem in der Bibel beschriebenen und der Christlichen Geschichte tradierten Wahrheitsmodell taugt als Argument nicht mehr! Es droht Heimatlosigkeit, Haltlosigkeit, der Verlust aller greifbaren Wahrheiten, an denen man sich hätte festhalten können. Eine wahrlich angstmachende Situation, wäre da nicht noch eine ganz andere Botschaft in der Offenbarung, die Jesus uns gebracht hat: Die Liebe. Die Liebe kommt ohne die Frage nach logischer Konsistenz aus. Die Liebe braucht keine eindeutige verbale Formulierung. Die Liebe ist eine Aktion und nicht eine Aussage. Liebe agiert, bewegt sich auf Menschen zu. Liebe gibt Impulse und Anstöße. Die Liebe kennt nicht den Streit um Wahrheitsmodelle. Natürlich ist sie auch nicht genau fassbar. Sie lässt sich nicht einfangen in ein Buch, ein Gebäude oder in ein Modell. Liebe ist zu jedem Menschen anders, in jeder Situation anders, zu jeder Stunde anders. Liebe kommt oft ohne Worte aus. Ist es nicht auch Liebe in einem sehr weiten Wortsinn, die in der Meditation gesucht, gefunden, erlebt, gefühlt, erfahren und verinnerlicht wird?

Ich komme immer wieder auf diesen Punkt zurück: Ich denke, die überwältigende Botschaft Jesu ist nicht eine neue Lehre, nicht sein Kreuzestod. Nein das Überwältigende an Jesus ist, dass er zu den Menschen kam, dass er den Menschen als Kind Gottes und sein Ebenbild über das Gesetz gestellt hat (Das Gesetz muss dem Menschen dienen und nicht umgekehrt – nicht zu verwechseln mit anarchistischer Beliebigkeit!), dass er sich sichtbar zu den Armen, Sündern und Schwachen gestellt hat. Er hat mit seinem Opfertod und dem Überwinden des körperlichen Todes an Ostern für uns Menschen ein Bild gezeichnet:

 

  • Es macht deutlich, dass jedes weitere Opfern sinnlos geworden ist, weil sein unübertreffbares Opfer (Gott opfert sich selbst) alles Künftige mit einbezogen und vorweggenommen hat. Mehr als Gott selbst kann kein Mensch opfern.

 

  • Es macht deutlich, dass Gott die Menschen liebt, weil er keine Opfer mehr möchte, sondern aktive gelebte Liebe, so wie er seine Liebe schenken möchte.

 

  • Es macht deutlich, dass Gott bereit ist, in der Bildersprache zu sprechen, die die Menschen verstehen können, zu denen er spricht. Den Juden war der Opfergedanke soweit ich weiß ein zentrales Element des Glaubensvollzugs.

Und diese Liebesbotschaft, die hat in unserer Welt, so denke ich, trotz der überaus vielen Negativbeispiele langsam aber sicher Wurzeln geschlagen. Nicht Macht und Herrschaft sind die Grundlagen der demokratischen Verfassungen weltweit, sondern Elemente dieser Liebe: z.B. Menschenrechte wie Würde und Unversehrtheit. Diese waren zu Jesu Zeiten in keinster Weise selbstverständlich. Und wir können mittlerweile in Europa fast ohne Kriege leben. Noch im Mittelalter hatte jede Stadt einen Mauer, weil kriegerische Auseinandersetzungen überall zur täglichen Bedrohung gehörten. Ich denke auch das sind auch Auswirkungen dieser Botschaft Jesu!

Um so wichtiger erscheint es mir, dass die Kirchen diese Botschaft dominant in das Zentrum rücken. Natürlich sind wir nicht am Ziel einer liebevollen Welt. Ein weiter Weg liegt vor uns. Aber der Weg in die Zukunft wird sich nicht daran entscheiden, ob diese oder jene Kirche oder Vereinigung die Wahrheit am besten gefunden hat, sondern daran, ob wir immer mehr zur Liebe fähig werden. Doch dies wird nur möglich sein, wenn viele Menschen den Kontakt zum Gott des neuen Testament behalten, finden und lebendig leben. Das ist eine große Herausforderung! Das ist eine große Aufgabe der Kirchen. Sie sollten sich dies nicht von anderen aus der Hand nehmen lassen. Ich wünsche mir eine offensive Kirche in diesem Sinn! Ich bin mir sicher, dass es viele Menschen gibt, die nach dieser Botschaft hungern. Dass es viele Menschen gibt, für die durch die Wahrheits-Auseinadersetzung in und zwischen den Kirchen die wichtigere Botschaft der Liebe verborgen bleibt. Liebe in der Kirche wird oft nur auf die "Caritas", die sozialen Dienste beschränkt gesehen. Dass hier aber eine Botschaft vorliegt, die die Grundlage unseres Lebens sein muss, bleibt verborgen. Wenn ich mit Menschen spreche, die der Kirche und dem Glauben ferner stehen, dann erfahre ich regelmäßig, dass diese Menschen in der Kirche eine Summe von Wahrheits-Lehren und Verhaltensregeln sehen. Sie vermuten nicht oder nur sehr untergeordnet, dass Kirchen taugliche Impulse für die täglichen Lebensherausforderungen und eine zukunftsorientierte Lebensordnung geben könnten.