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In Deutschland und auch weltweit treffen die Weltreligionen zunehmend heftig aufeinander. Ängste, Vorurteile und Unwissen bestimmen die Szene.

 

Zum Dialog zwischen Christen und Muslimen oder dem Christentum und dem Islam finden sich in den Medien oft wenig hilfreiche Dastellungen - in elektronischen Foren überwiegend Unsinn, Hass, Verachtung und Verleumdung.

 

In einem Arbeitspaier habe ich das Ergebnis von Rechcherchen und Überlegungen niedergelegt und möchte damit zum Dialog und Gedankenaustausch anregen. Da das Thema sehr "aufgeladen" ist möchte ich das Arbeitspapier hier nicht publizieren, sende es aber jedem, der einen aufrichtigen Gedankenaustausch sucht, gerne zu.

Bitte einfach über das nebenstehende Kontaktformluar anfordern.

 

Zum Inhalt:

... Hier gibt es die optimistisch bis naiv an das Positive glaubende Strömung, der ich von meinem Grund-Typ her eher zugeneigt bin, bis hin zur aggressiv Ängste und Hass schürenden fundamentalen Position auf beiden Seiten. Darum habe ich mich den Quellen und nicht deren Interpretationsvielfalt zugewandt.  Dies, obwohl und weil ich mich auf der islamischen Seite in den theologischen und weltanschaulichen Strömungen nicht und im christlichen Raum darin nur unzureichend auskenne. Nur eines ist sicher: Beide beginnen an den Originaltexten ihre unterschiedlichen theologischen und ggf. weltanschaulich-ideologischen Gebäude aufzubauen. Neben den Originaltexten wirken dabei Elemente der spirituellen Suche, der Tradition, der Historie, der weltanschaulichen Grundhaltung (beeinflusst z.B. von friedfertigen oder imperialistischen Zielen) wie auch das Bedürfnis nach Gerechtigkeit und Wertschätzung, bisweilen gesteigert bis in die Rachsucht, mit.

Die real existierenden theologischen Strömungen in Christentum wie Islam reichen von der allumarmenden konturlosen friedensträumenden Illusion bis hin zum einigelnden oder offen aggressiven und kampfbereiten bis aktiv gewalttätig kämpfenden Hass schürenden und teilweise terroristischen Fundamentalismus oder der nationalistisch aufgeladenen Religiosität bzw. dem religiös aufgeladenen Nationalismus. Die Einschätzungen, welche Strömungen welche Bedeutung für die Zukunft haben, gehen sehr weit auseinander. Eine wirklich belastbare allgemeingültige Einschätzung dürfte derzeit unmöglich sein.

In Deutschland ist der Islam und die Haltung zum Islam – so meine Wahrnehmung – einerseits geprägt von den öffentlich ein wenig sichtbaren Islam-Verbänden, die dem Vernehmen nach den konservativen bis fundamentalen Islam vertreten und sich in der Außendarstellung friedfertig und eher kooperativ geben. Diese vertreten die Minderheit der in Deutschland lebenden Muslime (so die Darstellung in den Medien) und sind (teilweise?) von islamischen Ländern (nicht ohne Interessen?) finanziert und gesteuert. Die Einstellung der „schweigenden Mehrheit“ der Muslime in Deutschland wird friedfertiger und liberaler eingestellt vermutet – ist aber nicht wirklich belastbar bekannt.

Die Situation in Deutschland ist andererseits gekennzeichnet von meist ausgeprägtem Halb- und Unwissen bezüglich der eigenen und insbesondere der fremden Religion, deren Glaubensinhalten und Wesen. Sie ist auch geprägt von Berührungsängsten, von Vorurteilen und von vorwiegend unheilvollen Diskussionen in elektronischen Foren und Medien, sowie von unterschiedlichen Betrachtungen und Darstellungen in der (Tages-)Presse.

Diese Situation nährt seitens der deutschen bzw. sich als „rechtmäßig Deutsch“ begreifenden Menschen massiv den Zulauf zu eher nationalistischen bzw. am s.g. rechten Rand angesiedelten Positionen, die Ab- und Ausgrenzung anstreben und Dialog ablehnen bzw. als unmöglich ansehen. Europa- und weltweit sind ähnliche Bewegungen zu beobachten.

Fakt ist aber auch, dass wir in diesem unüberschaubaren Raum angesichts der islamisch geprägten Flüchtlings-Präsenz in Europa und Deutschland und der in den Medien allgegenwärtigen Präsenz des internationalen Terrors, der dort häufig islamische Verbindungen aufweist oder dem Islam zugerechnet wird, eine Position finden müssen, die nach und nach auch ein eigenes von traditionellen Meinungsführen emanzipiertes Fundament hat. Das ist keine einfache Aufgabe und wird auch künftig neben wachsendem eigenen Wissen und eigener Erfahrung auch von Unwissen und Irrtum geprägt sein.

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 Dennoch sehe ich in den Verknüpfungen von Koran und Bibel eine Möglichkeit, mit Muslimen ins Gespräch zu kommen – wie dies z.B. in dem Buch „Muslime, Christen und Jesus“ von Carl Medearis (Erschienen bei http://www.frontiers.de) beschrieben ist. Ansatzpunkt ist dabei nicht die Frage „wer hat Recht?“, sondern eine ganz andere Ebene: Die Dimension der persönlichen Erfahrung im Leben mit und in der Liebe zu Jesus und in der Liebe Gottes – des Vaters.  D.h. das sich auf den Weg machen in der Nachfolge Jesu, u.a. durch Hinwendung zu Jesus im Vertrauen und Gebet wie auch durch Zuwendung zum „Nächsten“ in der Kraft des Heiligen Geistes und getragen von dem Streben nach Gottes-, Selbst- und Nächstenliebe, Wahrhaftigkeit und Friedfertigkeit:  Eine Primär-Erfahrung und keine Sekundär-Literatur.

Angesichts des Liebes-Auftrags Jesu und angesichts der globalen Dimension in der Verbreitung von Christentum und Islam und angesichts der globalen Migrationsströme hat die Frage, in welcher Form und mit welchen Ergebnis der Dialog zwischen Christen und Muslimen auf breiter Front gelingt, einerseits eher eine globale schicksalshafte Dimension und erfordert andererseits von uns Christen im Glauben  Wege zu finden, die dem Frieden,  der Verständigung, der Koexistenz und der befreienden Botschaft Jesu und nicht der „wir-haben-aber-Recht--Botschaft“ Raum geben.

Tilmann Wolf